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Ende der fünfziger Jahre wurde in der DDR ein Neubauprogramm für Motorgüterschiffe begonnen. Schon im April 1960 lief das erste Schiff das MS Oderberg von der gleichnamigen Werft vom Stapel. Sie wurden auf drei Werften gebaut, die schon erwähnte Werft Oderberg, die Werft Boizenburg und die Werft Rosslau. Die Schiffe waren, oder sollen nach Angaben einschlägiger Fachliteratur alle Eigenkonstruktionen der jeweiligen Werften gewesen sein. Die Deutsche Binnenreederei mit Sitz in Berlin, legte im Frühjahr 1959 lediglich die Anforderungen an die Neu zu bauenden Schiffe fest. Sie entschieden sich für den Schiffstyp >>Gustav Königs <<. Die Schiffe sollten 670 Tonnen bei 2 Meter Abladetiefe tragen können, aber auch so konstruiert sein das eine Höhereichung möglich ist. Das bedeutet eine Abladetiefe von 2,50 Meter und somit eine höhere Tragfähigkeit auf dafür geeignete Wasserstraßen ermöglicht, was sich auch später als Erfolg herausstellten sollte. Die Schiffe bezeichnete man als Großplauermaß -Typ. Die in Oderberg gebauten Schiffe erhielten ein Plattendeck aus Aluminium, und waren wegen ihrer für die damalige Zeit komfortablen und geräumigen Kajüten sehr beliebt. Die Maschinen hatte 220 KW/300 PS und so waren diese Schiffe für die Gewässer der DDR geeignet, auf denen Sie dann auch zum Einsatz kamen. Die in Boizenburg und Rosslau gebauten Schiffe, waren im wesendlichen baugleich. Nur die ersten 23 in Boizenburg gebauten Schiffe waren im Bug etwas spitzer gehalten und somit auch in der Lage eine höhere Reisegeschwindigkeit zu erreichen. Sie besaßen alle ein Rolluckendeck aus Stahlblech und hatten einen 8 Zylinder Normalhub Viertakt Dieselmotor mit Abgasturbolader (8NVD 36 Au) und hat 309 KW= 420 PS bei einer Drehzahl 375 u/min der eine Schraube antreibt. Ein Hilfsdiesel ( Jokkel ) - (2NVD 18)mit 25 KW= 34 PS hat die Aufgabe das befüllen der Druckluftflaschen, den Antrieb des Stromaggregats und das betreiben der Pumpen an Bord zu gewährleisten. Sehr Typisch war das Aussehen des Steuerhauses, man konnte schon von weiten diesen Schiffstyp erkennen. Ansonsten gab es Optisch nur wenige kleine Unterscheidungsmerkmale, wie zum Beispiel: Form des Schanzkleides, Anker und Schleppwinde sowie die Anordnung von Schornsteinen. Alle Neubauschiffe bekamen durch die damalige Abteilung Technik der Binnenreederei einen Stadtnamen. 1964 lief das vorerst letzte Motorgüterschiff vom Stapel, somit hatte die Deutsche Binnenreederei 102 Neue und moderne Schiffe. Nach dem, im Oktober1967 das Motorschiff Königstein zum 80 m Schiff verlängert wurde und die Probefahrten positiv verlaufen sind, beauftragte die Deutsche Binnenreederei die Elbewerft Tangermünde im Frühjahr 1972 noch zwanzig Motorgüterschiff auf Europamaß zu verlängern, in nur 3 Jahren wurde dieses Vorhaben verwirklicht. Das heißt, die Schiffe mit einer Länge von 67 Meter wurden in der Mitte auseinander geschnitten, dann wurde ein 13 Meter langes Laderaumstück zwischen gesetzt und alles wieder zusammen geschweißt. Die Versorgungsleitungen für das Vorschiff wurden erneuert. Der neu entstandene fünfte Laderaum wurde mit zwei zusätzlichen Rolllucken versehen. Eine Neueichung der Schiffe wurde durchgeführt. So wurde mit relativ wenig Aufwand eine Erhöhung der Ladekapazität geschaffen. Diese Schiffe wurden dann vorwiegend auf dem Gebiet der damaligen Bundesrepublik und Beneluxländer eingesetzt. 1969 wurden auf der Werft Tangermünde noch zwei Motorschiffe zu 80m Tankmotorschiffen umgebaut, es waren MS Müncheberg 6-491 T und MS Perleberg 6-492 T, wobei nur das Hinterschiff verwendet wurde, das Mittelschiff mit den Tanks und das Vorschiff wurden neu gebaut. Der dritte Tanker MS Sternberg 6- 493 T wurde in Tangermünde auf 80m verlängert und erst Anfang der 80er Jahre in Oortkaten, damals BRD, mit Spezialtanks für den Harnstofftransport ausgerüstet. Der Schiffskörper wurde nicht verändert. Mitte der achtziger Jahre vertrat man bei der zentralen staatlichen Leitung und Planung die Meinung, dass die DDR Binnenschifffahrt neue Motorgüterschiffe braucht. Es wurde ein Motorgüterschiff entworfen (MGS 85) und auch gebaut das technisch höchsten Anforderungen entsprach, aber betriebswirtschaftlich im Verkehr auf DDR Wasserstraßen nicht zu gebrauchen war. Eine geplante Serie von 20 Schiffen vom Typ MGS Rostock, wurde nach der Fertigstellung von nur vier Schiffen auf der Werft Roßlau abgebrochen. Im Jahr 1989 überarbeitete man das Konzept des Rostocker Typs und stellte zum Jahresende ein neues Motorgüterschiff MGS 750 vor, das bessere Tragfähigkeitseigenschaften und eine größere Antriebskraft für Fahrten auf dem Rhein besitzen und eine dem derzeitigen Stand entsprechende Schiffsform erhalten sollte. Es war eine Serie von 19 Schiffen geplant. Das erste Schiff sollte 1991 an die Binnenreederei übergeben werden, doch zu einem Bau dieser Schiffe kam es nicht mehr. Eine
Bericht über dieses Schiff, aus der Betriebszeitung BINNENSCHIFFAHRT
24/89 kann man Die Geschichte des Neubaus von Motorgüterschiffen für die DDR Binnenschifffahrt begann und endet damit, dass die Schiffstechniker hervorragendes Können demonstriert hatten. Die gute Arbeit der Schiffbauer führte dazu, dass bis auf wenige Ausnahmen viele der in den sechziger Jahren gebauten Motorgüterschiffe noch sicher auf den Binnenwasserstraßen fahren können. Was aus dieser Flotte geworden ist, und wer sie heute betreibt kann auf einer mit vielen Bildern, sehr gut Recherchiert und ständig aktualisierten Homepage von Uwe Giesler nachgesehen und gelesen werden! http://www.ddr-binnenschifffahrt.de
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