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Die Schubschifffahrt war
zwar schon seit Jahren auf den großen Strömen Amerikas und Russlands
bekannt und auch erfolgreich im Einsatz. Man konnte aber Weltweit auf
keine vergleichbaren Beispiele für eine Schubschifffahrt zurückgreifen
deren Infrastruktur ähnlich war, wie die auf dem Gebiet der
DDR. Trotzdem war die Einführung
der Schubschifffahrt auf Wasserstraßen der DDR Anfang der sechziger Jahre
ein kalkulierbares und überschaubares Projekt gewesen.
Nach Ausräumung aller Bürokratischen
Hindernisse sowie die Überzeugung aller Skeptiker von den positiven Effekten
durch eine Einführung der Schubschifffahrt auf den Wasserstraßen DDR,
begann eine intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit zum Bau von
Schubeinheiten. Das erste Funktionsmuster Schubboot 2-149 wurde auf
der Ernst Thälmann -Werft Brandenburg 1961 gebaut.

Die erste Schubeinheit mit zwei Leichtern
(Prahme)
hatte zwar nur die Größenordnung von einem Großplauermaß Motorschiff, es
wurden aber eine stetig steigende Kapazitätserhöhung der
Schubschifffahrt angestrebt, und auch im laufe der Zeit umgesetzt.
Die
Erprobungen begannen im Mai 1962 auf den Märkischen
Wasserstraßen. 
Nach
dem die Erprobungsfahrten zur Zufriedenheit aller
Beteiligten Verlaufen war, wurde
am 14.Oktober 1962 das
erste Schubboot SCH 2-149 feierlich an die Deutsche Binnenreederei
übergeben.
Nach der in Dienststellung des ersten Schubbootes (SCH
2-149) fanden die vielfältig gewonnenen Erkenntnisse beim Bau eines zweiten
Schubbootes auf der Werft Genthin ihre Anwendung.
Das zweite Schubboot
(SCH 2-150) wurde Anfang Oktober 1963 bei der Deutschen Binnenreederei in den Pendeldienst zwischen
dem Hafen Königs
Wusterhausen und
dem Kraftwerk Klingenberg in Berlin Mitte
für den Kohletransport eingesetzt.

Die positiv abgeschlossenen Test und Erprobungen bei den Kanalschubschiffen
endeten damit, das im
Dezember 1964 auf der Werft in Roßlau eine Serienfertigung von 66
Kanalschubschiffen begonnen wurde.
Das
erste Schubschiff der Serie, KSS 2304 hatte am Silvestermorgen auf der
Roßlauer Werft seinen Stapellauf.
An
dieser Stelle sei auch noch mal auf die enormen Leistungen der Schiffbauer in Rosslau hingewiesen
-waren Sie doch in der Lage unter den damaligen
Bedingungen im Durchschnitt alle 10 Tage ein Schiff vom
Stapel laufen zu lassen! Zum Jahresende 1966
endete der Bau der Kanalschubschiffe der 23er
Serie auf
der Werft Rosslau.

Die
Typenbezeichnung für diese Schiffe : KSS
190 Z auch als SCH
23er bekannt.
Bei der Einführung der Schubschifffahrt auf
den Wasserstraßen der DDR wollte man natürlich auch ein Befahren der
Nebenwasserstraßen wie z.B. der Finowkanal mit Schubeinheiten ermöglichen.
So wurde im Mai 1963 auf der Werft
Zehdenick die zu diese Zeitpunk zur Deutschen Binnenreederei gehörte
,
ein Kanalschubboot gebaut SCH 1-006 mit
den Abmessungen L11,0m x B 4,80 m und einem
Tiefgang von 1,0 m. Es wurden auch zwei Finowmaß
Schubleichter (Prahme) für dieses Schiff auf der Werft Genthin gebaut.
So war das Schubboot SCH 1-006 (was Später als SCH 2201
verkehrte) bei seiner ersten Fahrt von der Bauwerft Zehdenick nach
Berlin mit Kies unterwegs.

Die
Typenbezeichnung für diese Schiffe: SB
100
auch als SCH
22er bekannt.
Die
Spätere Serienproduktion dieses Schiffstyps wurde
auf drei Werften bewerkstelligt. Die Werft Zehdenick
- Werft Genthin - Yachtwerft
Berlin. Diese Finowschubschiffe
wurden dann aber mit den Standartabmessungen von
einer Länge 10.71m einer Breite von 5.10m und einem
Tiefgang von 1.13m gebaut. Diese Schiffe
waren und sind nicht nur bei der Deutschen Binnenreederei
im Einsatz, auch bei den Wasserstraßenämtern sowie
Wasserbau und bei der Berliner Stadtreinigung.
Noch
vor Ablauf der Fertigstellung der Kanalschubflotte
1966 wurden Vorbereitungen getroffen und Entwürfe erstellt,
die zu einer Konstruktion von Stromschubschiffen
führte. Grundlage für den Bau dieser
Schiffe war nicht ein Prototyp mit dem getestet
wurde, es wurden auf der Basis von Modellversuchen
zahlreiche Erfahrungen zusammengetragen die es dann
ermöglichten ohne Nullserie ein Stromschubschiff
zu bauen. Das erste Strom Schub Schiff [SSS
2501] lief am 3. September 1966 auf der Yachtwerft
Berlin vom Stapel, und wurde noch vor Jahresende
1966 an die Deutsche Binnenreederei übergeben
und in Dienst gestellt. Es folgte eine Serienfertigung
auf der Yachwerft Berlin von insgesamt 23 Schiffen
dieser Baureihe, die 1968 beendet wurde.

Die
Typenbezeichnung für diese Schiffe: SSS
I Typ 64
auch als SCH
25er
bekannt.
Im gleichen Jahr 1968 wurde auf der Yachtwerft
Berlin mit dem Bau eines überarbeiteten und
neuen Typs von Stromschubschiff begonnen. Von dieser
Serie wurden 14 Schiffe gebaut.

Die
Typenbezeichnung für diese Schiffe: SSS
II Typ 67
auch als SCH
26er
kurze Version bekannt.
Zum Vergleich mit dem
25er Schiff, wurde die Motorisierung erhöht und der Maschinenraum in den
Heckbereich des Schiffs verlegt, so war in den Wohnräumen ein ruhigeres Umfeld
als bei der ersten Serie den 25er Schubschiffe bei denen der Maschinenraum vor
den Wohnräumen war, die Antriebswellen liefen durch einen Schraubentunnel vom Maschinenraum
zu den Schrauben unter den Wohnräumen entlang die beim Fahrbetrieb für eine relativ große
Geräusch- und Vibrationskulisse sorgten .
1971 folgte die
nächste Generation von Stromschubschiffen. Es wurde die 26er
kurze Version um 2 m verlängert. Die Aufteilung der Wohnräume wurde Grundlegend
überarbeitet,
und so Platz geschaffen für eine dritte Kajüte.Von diesem Typ
wurden bis 1972 für die Binnenreederei 12 Schiffe gebaut.

Die
Typenbezeichnung für diese Schiffe: SSS III Typ
70 auch als SCH 26er lange Version bekannt.
In den Jahren 1972 /73 wurden
noch mal 15 Schubschiffe auf der Yachtwerft in Berlin gebaut .Das
Grundkonzept des Schiffstyps wurde von 26er übernommen. Die Motorisierung wurde von 442KW/600 PS auf 574KW/780 PS erhöht. Von der Binnenreederei wurden
6 Schiffe übernommen und in Dienst gestellt.
Die anderen 9 Schiffe wurden in die damalige Bundesrepublik Exportiert, wovon
ein Schiff später wieder von der Binnenreederei zurückgekauft wurde, der
SSS 2707.

Die
Typenbezeichnung für diese Schiffe: SSS III
s Typ
71
auch als SCH
27er
bekannt .
Von 1973 an , sollten
fast 6 Jahre vergehen bis wieder ein Neugebautes Schubschiff für die
Binnenreederei vom Stapel gelaufen ist. Das auf der Werft Genthin gebaute
Stromschubschiff , hatte am 10.Juni 1979 seine feierliche Taufe
auf den Namen Sch 2635 und den anschließenden Stapellauf. Es sollten aber noch
mal
10 Monate vergehen bis das erste Flachgehende Schubschiff zu seiner ersten
Probefahrt auslaufen konnte. Der Grund dafür waren Probleme bei der
Beschaffung der technischen Ausrüstung wie zum Beispiel: die Motoren,
Hydraulik und der Schiffschrauben. Der erfolgreiche Abschluss der Probefahrten
war am 30. April 1980 und das Schiff
ging ohne großes Aufsehen an seinem Bestimmungsort der Oberelbe in Dienst.

Der Konstrukteur
Wolfgang Jerye hatte Zweckmäßigkeit und Rationalität der Schönheit des
Schiffes den Vorrang gegeben das führte Anfangs auch dazu dass
Schiffsbesatzungen der herkömmlichen Schiffe eine ablehnende Haltung zu diesem
Schiffstyp hatten, sogar Spitznamen wie "Bohrinsel" bekam
dieses Schiff.
Die
Typenbezeichnung für diese Schiffe:
flachgehendes
SSS - Typ Elbe
auch als Bohrinsel
bekannt.
Allen Skeptikern
und Anfeindungen zum
Trotz hat dieser Schiffstyps einen entscheidenden Vorteil , durch
seine Abmessungen von 28 Meter Länge und seiner Breite von 10,30 Meter
und dem geringen Tiefgang von nur 80 cm ist es in der Lage
seinen Fahrbetrieb aufrecht zu erhalten,wenn andere Schiffe gezwungen
sind durch Niedrigwasser auf der Elbe den Fahrbetrieb einzustellen,
aber
auch bei Normalwasser und Hochwasser genügend Schubkraft
besitzt und somit den Anforderungen eines rentablen
Einsatzes des Schiffes gerecht wird.
Es wurden
von 1980 bis 1988 insgesamt 6 Schiffe dieses Typs gebaut.
Nach der Einschätzung der Kombinatsleitung
der Binnenreederei sollten die ersten Kanalschubschiffe der 23er Serie die in
Rosslau gebaut wurden, ihre maximale Lebensdauer von ca. 20 Jahren Mitte der achtziger Jahre erreicht haben.
Ein Grund für diese Einschätzung sah man wohl darin das immer wieder
auftretende Materialengpässe beim Bau der 66 Kanalschubschiffe, die Werft
Rosslau gezwungen war mal mit 6 mm und
dann mal mit 8mm Außenhautstärke die Schubschiffe zu bauen.
Auch wollte man das durchgängig fahren mit
einem Viererschubverband auf geeignete Wasserstrassen einführen, die 23er Kanalschubschiffe aber
nach Meinung der Kombinatsleitung mit
ihren 132KW/180PS
Antriebsleistung zu schwach
sind.
Die Folge daraus war das die Deutsche
Binnenreederei die Entwicklung eines
neuen Kanalschubschiffes in Auftrag gab.
Die Planung sah vor, eine einschraubige
Antriebsanlage ohne Z-Antrieb. Das Ruderhaus soll über eine Hubschwinge auf
eine Augensichthöhe von 6 m kommen. Die Antriebsmaschine sollte ein SKL Motor
mit 300 PS sein.
 Im Sommer 1982 wurde auf der Yachtwerft
Berlin das neue Kanalschubschiff auf Kiel gelegt, und seinen Stapellauf hatte das Schiff am
13.Dezember
1982
unter der Registriernummer Sch 2400. Es wurde weitreichende Test und
Erprobungsfahrten gemacht, und so auch wie bei fast allen Neubauten die
Kinderkrankheiten erkannt und beseitigt.

Die in Dienststellung des Testschubschiffes
Sch 2400 bei der Binnenreederei war am 21. März
1983 unter der
neuen Registriernummer Sch 2401. Auf der Yachtwerft Berlin wurde
noch eine Serie von weiteren 33 Schubschiffen dieses Typs gebaut. Man wollte eigentlich bis zu 72 neue Schiffe bauen und die 23er
Schiffe nach und nach ausmustern, was aber auf Grund leerer Kassen in den
achtziger Jahren nicht bewerkstelligt werden konnte.

Die
Typenbezeichnung für diese Schiffe:
KSS
300 Typ 82
auch als Sch
24er
bekannt.
Ein großer Teil der 23er Kanalschubschiffe
versehen noch heute zuverlässig ihren Dienst, genau sowie die Serie der 24er
Schubschiffe die man heute noch regelmäßig auf den Wasserstraßen
antreffen kann.
Somit nahm die letzte große Investition der
DDR Binnenschifffahrt mit dem Bau von 34 Schubschiffen 1986 sein
Ende.

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